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Über 90 Prozent aller Motorräder haben einen Kettenantrieb, der je nach Motorstärke und Fahrweise stark beansprucht wird. Je nach Wartungsintervallen des Herstellers müssen Ketten und Kettenräder (auch Ritzel oder Zahnrad genannt) nachgespannt oder ausgetauscht werden. Ob eine Kette und ein Kettenrad noch brauchbar sind, kann eigentlich nur ein Profi erkennen. Es gibt aber ein paar Dinge, die Sie auch als Laie feststellen und prüfen können.
Die Antriebskette wird bei abgebockter Maschine geprüft. Dazu wird das Kettenrad am Hinterrad durch Rollen des Motorrades so gedreht, dass der Punkt gefunden wird, an dem die Kette den geringsten Durchhang hat. Dann wird der Durchhang gemessen, er kann je nach Hersteller einige Zentimeter betragen; das genaue Maß entnimmt man dem Handbuch der Maschine. Die Kette sollte dazu geölt und nicht rostig sein. Eine Kette in schlechtem Zustand wird gerne zum Anlass genommen, von einem allgemein tadelnswerten Zustand des Fahrzeugs auszugehen.

Mit einem Zollstock wird das Kettenspiel gemessen.
Foto: Olaf Hagelstein
Auch das Kettenrad unterliegt hohen Beanspruchungen und einem hohen Verschleiß. Erkennbar ist dies daran, wie sich die Zähne des Ritzels verändern. Mit der Zeit werden die Zähne immer spitzer oder verkrümmen sich, wie in unserem Bild. Wenn ein Kettenrad wie in unserem Beispiel aussieht, muss es ausgetauscht werden.

Altes Kettenrad: Spitze und einseitig abgenutzte Zähne.

Neues Kettenrad mit gleichmäßigen Zähnen.
Fotos: Olaf Hagelstein
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