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Besondere Aufmerksamkeit, aber leider auch Erfahrung, benötigen Sie bei der Beurteilung von Fahrwerk und Lenkkopflager. Gerade bei älteren Fahrzeugen, die lange Zeit abgemeldet waren und damit nicht bewegt wurden, kann die äußere Schönheit täuschen. Bei falsch abgestellten Motorrädern können die Lager kaputt gehen oder aber in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sein. Lenkkopflager sind häufig mit Fett geschmierte Kegelrollenlager oder normale Kugellager, die die Vordergabel mit dem Fahrwerksrahmen verbinden. Sie sind extremen Kräften ausgesetzt und haben maßgeblichen Einfluss auf die Lenkfähigkeit und damit auf die Sicherheit eines Motorrades. Das Fett kann mit den Jahren verharzen. Auch können kleine Vorschäden der einzelnen Kugeln oder Kegel und normale Materialermüdung dazu führen, dass ein Lenkkopflager schwergängig wird und dass sich in der Kugelpfanne Unebenheiten bilden, die den Lenkeinschlag beeinträchtigen.

Ein schadhaftes Lenkkopflager: Die Kegellager sind mit altem Fett
verharzt, die Lagerpfanne zeigt Unebenheiten.
Foto: Olaf Hagelstein
Beim Fahren merken Sie es daran, dass die Lenkung auf feine Lenkimpulse ruckartig reagiert. Insgesamt haben Sie mit einem kaputten Lenkkopflager das Gefühl, dass das Fahrwerk schwammig wirkt und dass die Lenkung nicht so reagiert, wie Sie sich das wünschen. Bei höheren Geschwindigkeiten kann sich ein schadhaftes Lenkkopflager in gefährlichem Pendeln zeigen oder darin, dass die Gabel zu flattern anfängt.
Im Stand können Sie ein kaputtes Lenkkopflager wie folgt erkennen: Drücken Sie beim Motorrad Gewicht auf das Hinterrad, so dass das Vorderrad frei schwebt. Bewegen Sie nun den Lenker langsam nach rechts und nach links. Merken Sie leichte Widerstände, bemerken Sie gar ein feines Einrasten, ist die Lagerpfanne ausgeschlagen. Bei frei stehendem Vorderrad sollte sich der Lenker langsam nach rechts oder links bis zum Lenkanschlag bewegen. Bleibt es stehen, ist das ein Zeichen für ein verharztes Lenkkopflager. Ein weiterer Test zeigt, ob das Lager zu viel Spiel hat: Drücken Sie wiederum Gewicht auf das Hinterrad. Wackeln Sie nun horizontal an der Gabel. Wenn Sie dort auch nur das kleinste Spiel erkennen, ist das Lenkkopflager ebenfalls defekt.
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